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SALZBURGER FESTSPIELE | KONZERT 2018

Kammerkonzert Tetzlaff · Andsnes

Stiftung Mozarteum – Großer Saal

Interpreten: Christian Tetzlaff, Leif Ove Andsnes
Werke von Leoš Janáček, Franz Schubert, Johann Sebastian Bach, Dmitri Schostakowitsch

Wiener Philharmoniker · Nelsons

Großes Festspielhaus

Interpreten: Daniil Trifonov, Wiener Philharmoniker, Andris Nelsons
Werke von Sergej Prokofjew, Dmitri Schostakowitsch

Kammerkonzert Hagen Quartett · Gabetta

Stiftung Mozarteum – Großer Saal

Interpreten: Hagen Quartett, Sol Gabetta
Werke von Johann Sebastian Bach, Dmitri Schostakowitsch, Franz Schubert

Solistenkonzert Levit 1

Stiftung Mozarteum – Großer Saal

Interpreten: Igor Levit
Werke von Dmitri Schostakowitsch

Liederabend Goerne · Trifonov

Haus für Mozart

Interpreten: Matthias Goerne, Daniil Trifonov
Werke von Alban Berg, Robert Schumann, Hugo Wolf, Dmitri Schostakowitsch, Johannes Brahms

West-Eastern Divan Orchestra 2 · Barenboim

Großes Festspielhaus

Interpreten: Martha Argerich, Bassam Mussad, West-Eastern Divan Orchestra, Daniel Barenboim
Werke von Maurice Ravel, Dmitri Schostakowitsch, Alban Berg

Berliner Philharmoniker 2 · Rattle

Großes Festspielhaus

Interpreten: Berliner Philharmoniker, Simon Rattle
Werke von Dmitri Schostakowitsch

SALZBURGER FESTSPIELE BLOG

Das Konzert 2017

by FESTSPIELKIEBITZ  13:00 h;
veröffentlicht in: Konzert

( 7 Dez 2016 ) Die Konzerte sind seit dem Beginn eine der drei Säulen der Salzburger Festspiele, und in den letzten Jahrzehnten zeigt die formale Struktur der Programme eine große Kontinuität.

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Louise Bourgeois, THE INSOMNIA DRAWINGS (March 1995), 1994–1995 · Detail from 220 mixed media works on paper of varying dimensions · Daros Collection, Switzerland, © The Easton Foundation/Bildrecht, Wien, 2016

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Bei wenigen Künstlern waren Leben und Schaffen so sehr mit der kulturpolitischen Zwangslage in ihrer Heimat verbunden wie bei Dmitri Schostakowitsch: Einerseits vom Sowjetregime vereinnahmt und als international erfolgreicher Vorzeigekomponist gehandelt, blieb er andererseits keineswegs gefeit vor brüsken offiziellen Maßregelungen und potenziell lebensbedrohlichen Repressalien. Seine Suche nach Freiheit in den zuweilen quälend engen Grenzen der Doktrin ließ ihn immer wieder zu Tricks greifen, um hinter der notgedrungen angelegten Larve seine künstlerische und menschliche Integrität zu wahren. Der doppelte Boden aus Pathos und Groteske in seiner Musik wurde vom russischen Publikum spontan verstanden, im Westen jedoch lange Zeit missdeutet.

Flankierend zur Neuproduktion von Lady Macbeth von Mzensk spiegelt dies ein Schwerpunkt im Konzertprogramm wider, der Schlaglichter auf Schostakowitschs Wirken sowie auf die spezielle Beziehung zu verehrten Vorläufern wirft: Bach erwies er mit 24 Präludien und Fugen für Klavier seine Reverenz, in denen er dessen Klangsprache schrittweise seiner eigenen anverwandelte. Beethoven erkor er zum Leitbild seiner tagebuchartig intimen Streichquartette, unter denen das autobiografische achte ein unheimliches Klopfmotiv enthält, mit dem Oppositionelle einander vor anwesenden Spitzeln warnten. Die Symphonien durchzieht ein ins Groteske übersteigerter und zugleich bis auf die Knochen abgezehrter Mahler‘scher Tonfall, extrem etwa in der letzten, mit Rossini- und Wagner-Zitaten angereicherten 15. Symphonie (1971), die vor bitterer Ironie trieft. Hinzu treten der Geniestreich der unbekümmerten Ersten Symphonie des 20-Jährigen und die monumentale Siebente, die „Leningrader“: Begonnen in der im Zweiten Weltkrieg von der Deutschen Wehrmacht jahrelang belagerten Stadt und damals als klar patriotisches Symbol unbeugsamen Widerstands verstanden, bezieht das Werk nicht nur gegen die äußere Bedrohung Stellung, sondern auch gegen die Diktatur.

Walter Weidringer